Forellenzucht

Die Forelle, wissenschaftlich "Salmo trutta", ist die in Europa bekannteste Vertreterin der Forellenfische. Sie gehört zur Überklasse der Kiefermäuler, der Klasse der Knochenfische und der Ordnung der Lachsartigen. Die Forelle ist gattungsverwandt mit dem atlantischen Lachs und tritt in mehreren Unterarten auf. Die bekanntesten sind die Bachforelle, die Seeforelle, die Meerforellen, die Regenbogenforelle und die Lachsforelle.

Die Forelle ist, wie alle anderen Forellen auch, ein räuberischer Süßwasserfisch, der überwiegend in Bächen und Flüssen beheimatet ist. Klares, kaltes und sauerstoffreiches Wasser lieben Forellen besonders. Hierbei spielt es für sie keine Rolle, ob es sich um schnelle Strömungen handelt, um einen See oder das Meer. In flachen Gewässern sucht sich die Forelle gerne schattige Verstecke.

All diese Forellen gehören zur selben Art, aber es gibt sehr viele regionale Formen. Es kann auch sein, dass in ein und demselben Gewässer unterschiedliche Formen zusammen leben, ohne dass durch Besatzmaßnahmen nachgeholfen wurde.

Alle Forellen sind sehr gute und ausdauernde Schwimmer, daher sind sie selten länger an einer Stelle anzutreffen. Sie bevorzugen schattige und tiefe Stellen und sind im Stillwasser (Seen, Meere) mehr oder weniger ständig in Bewegung.

In einem Fließgewässer merkt ein Angler recht schnell, ob Forellen in der Nähe sind oder nicht. Diese verfolgen und spielen nämlich gerne mit dem Köder. Jedoch kommt es hier auch häufig vor, dass auf mehreren Strecken gar keine Forellen zu sehen sind. Die Devise heißt hierbei "suchen"!.

In stehenden Gewässern ist hingegen warten die beste Alternative, sofern man eine gute Stelle gefunden hat.

Forellen mögen Köder, die mit der Strömung geführt werden und denen sie hinterher jagen können. Daher sollte der Köder so geführt werden, dass er einen Bogen gegen die Strömung macht. Forellen beißen gerne an, wenn der Köder sich quer zur Strömung hin bewegt.

Die besten Köder sind Spinner mit eher schlankem Blatt in natürlichen Farbtönen. Metallisch glänzende und schwarze stehen ebenfalls für Angelerfolge. Mittelgroße Fliegen am Haken sind eine gute Idee. Beißen eher untermassige Forellen an, sollte auf Wobbler in natürlichen Farben gewechselt werden. Diese sind für warme Gewässer und aktive Fische sehr gut geeignet.

Forellen sind köstliche Speisefische. Die klassische Art der Zubereitung ist die "Forelle Müllerin". Hierbei wird die Forelle in Mehl gewendet und gebraten und anschließend mit dünn geschälten Zitronen- und Tomatenscheiben angerichtet. Die Bachforelle ist hierbei die edelste der Gattung der Forellen.

Bachforellen sind sehr anspruchsvoll in Bezug auf die Qualität ihrer Umwelt. Sie bevorzugen klare, schnellfließende und sauerstoffreiche Gewässer mit tiefen Kolken, unterspülten Baumwurzeln und bewachsenen Ufern. Tödlich für Bachforellen sind Wehre und Staustufen, da die Bachforelle zwischen November und Februar zum Laichen in kleine und kleinste Nebenbäche zieht. Hier laicht sie in sandig-kiesigen und schnell durchströmten Flachwasserbereichen. In vielen Bundesländern zählt die Bachforelle als gefährdete Fischart. Ihre dennoch weite Verbreitung verdankt sie den Besatzmaßnahmen von Fischerei- und Anglervereinen.

Meerforellen haben sich aus standorttreuen Bachforellenbeständen heraus entwickelt. Sie wandern ins Meer und kommen zum Laichen in die Süßgewässer zurück, daher wird sie auch als Wanderforelle bezeichnet. Bei diesem Weg durchquert sie Fließgewässer und auch Hindernisse wie z.B. Wasserfälle. Die Meerforellen prägen sich den Duft ihres Geburtsflusses ein und kommen genau dahin zurück, um dort selbst zu laichen.

Seeforellen können bis zu 130cm lang und 30kg schwer werden. Auch sie sind Wanderfische, die zum Laichen teilweise sehr große Entfernungen zurücklegen.

Der Körperbau der Seeforelle gleicht dem der Meer- und Bachforelle. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist, dass die Seeforelle schwarze Flecken auf den Flanken hat, während die Meerforelle rote Tupfen besitzt. Dir roten Tupfen bilden sich beim Abwandern ins Salzwasser.

Somit handelt es sich bei Bach-, See- und Meerforellen nicht um verschiedene Arten. Sie gehören alle derselben Familie an. Das unterschiedliche Aussehen, Wachstum und Verhalten ergibt sich einzig durch die verschiedenen Lebensräume und –formen.

Die Regenbogenforelle wurde als Zuchtfisch gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus Nordamerika eingeführt und wird zwischenzeitlich in großen Teichanlagen gezüchtet. Ursprünglich war sie an der Pazifikküste zu Hause. Sie hat ein breites Seitenband, das in allen Regenbogenfarben schillert, daher auch ihr Name.

Die Regenbogenforelle ist weniger sauberstoffbedürftig und sehr unempfindlich gegenüber erhöhten Wassertemperaturen. Sie wächst wesentlich schneller als die Bachforelle und ist auf weniger Deckungsmöglichkeiten angewiesen. Die Regenbogenforelle ergab sich aus einer reinen Wanderform und einer reinen Süßwasserform und darf heute z.B. in der Schweiz nicht mehr ausgesetzt werden, da sie die alteingesessenen Populationen verdrängt. Die angebotenen Regenbogenforellen entstammen aus Zuchtbetrieben und haben in der Regel ein Gewicht um die 330g. In weiten Teilen der mitteleuropäischen Flüssen und Seen hat die Regenbogenforelle die Bachforelle durch ihre ausgeprägte Anpassungsfähigkeit weitestgehend verdrängt.

Da die Regenbogenforelle ein sehr wohlschmeckendes Fleisch hat, wird sie intensiv in künstlichen Zuchtanlagen gehalten. Auch gibt es eine Aufzucht in Netzgehegen, die in Talsperren verankert sind. In der EU werden immerhin knapp 230.000 Tonnen Regenbogenforelle pro Jahr "verarbeitet".

Bekannt ist auch die Lachsforelle, die jedoch weder eine Unterart der Forellenfamilie noch eine Kreuzung zwischen Forelle und Lachs ist. Lachsforellen sind einfach nur große Regenbogenforellen, die ein Gewicht zwischen einem und 5 Pfund haben. In der Zucht werden ihrem Futter gegen Ende der Mast natürliche Farbpigmente hinzugefügt.